Am 13. November 2019 hatte die Stadt Dortmund, der Bund Deutscher Baumeister und das Fraunhofer Institut Umsicht mit dem e:Lab-Projekt zu der Fachtagung “Kleiner Wohnen” eingeladen. Im Dortmunder U kamen 160 Teilnehmer zusammen, um einen ganzen Tag lang zu beraten, wie das Wohnen auf kleinem Raum qualitätsvoll organisiert werden kann und welchen Beitrag etwa kleine Häuser zum Klimaschutz, der Linderung der Wohnungsnot, der Reduzierung des Flächenverbrauches und der Energiewende leisten können.

Die Vorträge und Statements der Referenten gaben dazu viele Inputs. Der Fachbereichsleiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes Stefan Thabe machte deutlich, dass neben dem gängigen Credo vom “Bauen, bauen, bauen”, als Antwort auf den Wohnungsmangel auch über alternative Strategien nachgedacht werden müsse.
Der Architekturjournalist Daniel Fuhrhop stellt zu Beginn das Bauen an sich in Frage und stellte provokativ die Frage nach der kommenden “Bauscham”. Flugscham und SUV-Scham lassen grüßen. Was kann man statt Bauen tun? Viele Wohnungen, oft sog. Einliegerwohnungen, stehen leer. Sie müssten aktiviert werden.
Die Architektin Anne Söfker-Rieniets von der RWTH Aachen stellte die Frage, ob Tiny Houses ein Zukunftskonzept für die Stadtentwicklung sein können. Tiny Houses haben dabei viele Facetten. Vorteile sieht sie in der Flexibilität der mobilen Tiny Houses, was aber auch die soziale Verbundenheit und Verlässlichkeit innerhalb einer Siedlung einschränkt. Wer klein wohnt ist viel draußen, wodurch der öffentliche oder gemeinschaftliche Raum zum Wohnzimmer wird, was sich positiv auf die Urbanität auswirkt.
Kritisch sieht Söfker-Riniets, dass Tiny Houses ein ungünstiges Oberflächen / Volumenverhältnis haben und deshalb relativ viel Heizenergie benötigen. Dieser Frage ging auch einer der beiden Nachmittags-Workshops nach. Am Beispiel des Tiny Houses des Fraunhofer Instituts Umsicht im Rahmen des e:Lab-Projektes wurden die technischen Lösungsmöglichkeiten für Themen wie Dämmung, Licht oder Stromerzeugung besprochen. Dazu gab es auch eine Mikroausstellung im Foyer: Objekte der Energiewende.

Zum Schluss wurde das Tiny Village in Dortmund-Sölde von Gerald Kampert, vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt Dortmund, vorgestellt.

Für uns vom e:Lab-Team bleibt es spannend. Auf Grund vieler Anfragen geht es nun im Januar weiter mit den Workshops. Heizen, Beleuchtung und Begrünung sind die Themen. Schaut einfach selbst unter www.elab-buergerlabor.de/events rein und meldet euch an! Wir freuen uns auf euch!